Im Gespräch mit urn:en Designer*in Paula und Magdalena
Für Paula und Magdalena ist eine Urne weit mehr als ein Gefäß für Asche. Sie verstehen sie als „letzte Form“ – als schützenden, tröstlichen und friedlichen Ort, der die Asche eines geliebten Menschen aufnimmt und bewahrt. Ihre Urnen sollen sich nicht wie etwas anfühlen, das man wegstellt, sondern wie etwas, das man in den Händen halten möchte. Die Gestaltung folgt dabei einem Bedürfnis nach Ruhe, Natürlichkeit und zeitloser Balance.
Bewusst setzen Paula und Magdalena der industriellen, glatten und glänzenden Ästhetik vieler klassischer Urnen die Spuren des Handgemachten entgegen. Unregelmäßigkeit, Zeit und Material werden nicht versteckt, sondern als Ausdruck von Echtheit verstanden. Ihre Formen entstehen intuitiv und reduzieren sich auf das Wesentliche – still, unaufgeregt und selbstverständlich, wie Gefäße, die Menschen seit Jahrtausenden aus Erde formen.
Auch die Wahl des Materials ist eng mit ihrer Haltung verbunden. Ton ist für beide ein natürliches und erdverbundenes Material, das regional in Deutschland gewonnen wird. Besonders berührt sie der Kreislauf von Erde und Feuer: Der menschliche Körper wird zu Asche, die zurück in die Erde findet, während die Urne selbst aus Erde geformt und im Feuer gebrannt wird. So entsteht eine Verbindung zwischen Material, Mensch und Natur, die den Gedanken des Zurückkehrens aufgreift.
Im Mittelpunkt ihres Gestaltungsprozesses steht nicht die Schönheit um ihrer selbst willen, sondern die Frage, was eine Urne in einem Moment des Abschieds geben kann. Friedlichkeit, Stille, Natürlichkeit und Menschlichkeit sollen in ihr spürbar werden. Eine Urne trägt für Magdalena eine besondere Verantwortung: Sie wird berührt, getragen und manchmal über Jahre aufbewahrt. Deshalb verlangen ihre Gestaltung und Herstellung Sorgfalt, Zurückhaltung und Respekt gegenüber dem Leben und den Menschen, die Abschied nehmen.
Ihre Arbeit verstehen Paula und Magdalena zugleich als Einladung, dem Tod nicht auszuweichen. Beide erleben die bewusste Auseinandersetzung mit der eigenen Endlichkeit nicht nur als schmerzhaft, sondern auch als etwas, das wach, weich, dankbar und lebendig machen kann. Mit Urna Terra möchten sie Wärme statt Schrecken vermitteln und einen Raum für Frieden, Weite und Zuversicht schaffen – auch dort, wo ein Abschied traurig und schmerzvoll ist.
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